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KI-Drama: Zwischen Fortschritt und Paranoia.

  • Autorenbild: Mauro Longoni
    Mauro Longoni
  • 27. März
  • 12 Min. Lesezeit
Nahaufnahme eines Mikroprozessors mit "AI"-Text, eingebettet in eine komplexe, schwarz-goldene Schaltkreisplatine. Futuristisches Design.

Ah, die allseits geliebte Künstliche Intelligenz. Die arme, gescholtene KI ist ein ziemlich spaltendes und sehr kontroverses Thema. Man liebt sie oder man hasst sie, man ist angewidert oder betet sie an; es gibt jene, die alles tun würden, um sie wie die Pest zu meiden, und jene, die ein ganzes Business auf ihr aufbauen. Seitdem intuitive Chats und lustige Videos in den sozialen Medien massiv und mit aller Gewalt in unser Leben eingebrochen sind, setzen wir uns mit einer Realität auseinander, die anders ist als die, die wir immer hatten – eine, in der wir ein neues Gleichgewicht finden müssen. Ich weiß, dass die KI unendlich viele andere Anwendungsmöglichkeiten hat, aber für das einfache Volk (wie uns) hat die KI nur zwei Zwecke: lustige Videos für TikTok zu erstellen und morgens um drei Uhr völlig dicht nach der Evolution der Fruchtfliege zu fragen.


Als ich über den Abstieg in die Hölle und den Aufstieg in den Olymp der Technologie schrieb, wusste ich, dass ich diesen Post verfassen würde. Das eine ergänzt das andere: Wenn man über Technologie spricht, spricht man auch über KI. Außerdem ist es ein Thema, das für mich zu faszinierend ist, um es zu ignorieren. Ich wusste nur nicht, wie ich diesen Post schreiben sollte. Dann kam mir die Idee. Dieser Post wird in zwei Teile geteilt: Der erste Teil widmet sich der Geschichte (da niemand die Geschichte der KI kennt), der zweite Teil dient dazu, all die negativen Aspekte einer Technologie zu zertrümmern, die faktisch gar keine negativen Seiten hat. Und es ist nur der KI zu verdanken, dass ich diesen Post überhaupt schreiben konnte. Mit ein paar Fragen konnte ich das Gerüst dieses Beitrags erstellen und dann verstehen, wo und was ich suchen musste.


Viel Spaß beim Lesen!


KI: Eine alte Dame mit Potenzial.


Würde man irgendjemanden fragen, wann die KI eigentlich erfunden wurde, würden viele einen Zeitraum um die Covid-Pandemie nennen, also etwa ab 2020. Der Grund ist simpel: Vorher gab es KI nur bei Star Trek. Erst seit kurzem schreien wir unser Smartphone an und es versteht uns. Diese Antwort wäre falsch, und zwar gewaltig. Das Jahr 2020 ist nicht einmal ansatzweise nah an der richtigen Antwort.


Die Anfänge: Die 40er und 50er Jahre.


Das Konzept der KI, also Maschinen, die denken können, ist eine Idee, die in der Ära von Swing und Bebop geboren wurde. Wir schreiben die dramatischen 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Zwischen den Bombenangriffen (der Zweite Weltkrieg war auf seinem Höhepunkt) stellten sich Mathematiker und Philosophen eine einfache wie faszinierende Frage: „Wie sähe die Welt aus, wenn eine Maschine ‚denken‘ könnte?“ Vielleicht sahen sie, wie die Menschheit gerade agierte, und dachten sich, dass Maschinen besser sein könnten. Nun, zum Glück haben sie Matrix nicht gesehen.

Alan Turing veröffentlichte beispielsweise einen Aufsatz mit dem Titel „Computing Machinery and Intelligence“, in dem er das vorschlug, was wir heute als Turing-Test kennen. Die Frage war nicht „Denken Maschinen?“, sondern „Können sie sich so verhalten, dass sie nicht von einem Menschen zu unterscheiden sind?“. Ein Konzept, das zwar alt ist, aber verdammt aktuell, da KI-Unternehmen heute alles tun, um die Lücke zwischen Computer und Mensch zu schließen, was den Ausdruck von Emotionen angeht.

Ein weiteres Genie dieser Zeit war Isaac Asimov. Er erforschte die Ethik von Robotern mit den „Drei Gesetzen der Robotik“:


  1. Erstes Gesetz: Ein Robot darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.

  2. Zweites Gesetz: Ein Robot muss den Befehlen gehorchen, die ihm von Menschen gegeben werden, es sei denn, diese Befehle würden gegen das Erste Gesetz verstoßen.

  3. Drittes Gesetz: Ein Robot muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht gegen das Erste oder Zweite Gesetz verstößt.

  4. Nulltes Gesetz: Ein Robot darf der Menschheit keinen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass der Menschheit Schaden zugefügt wird.


Falls euch das bekannt vorkommt: Es sind dieselben Gesetze aus dem Film „I, Robot“ mit Will Smith. Dieser Film (ein verdammt guter Film, wenn ihr mich fragt) hat versucht, eine visuelle Antwort auf die drei Gesetze und Alan Turings Frage zu geben. Okay, vielleicht ist der Film etwas katastrophal, aber er zeigt im Grunde, wozu ein Roboter fähig wäre, wenn die Gesetze wortwörtlich angewandt würden... und wenn der Roboter so viele Daten hätte, dass er ein Bewusstsein entwickeln und diese Regeln infrage stellen könnte.


Von diesem Moment an öffneten sich die Türen zu etwas Neuem, das ironischerweise noch keinen Namen hatte. Man sprach über Bewusstsein und Roboter, hatte aber keine Definition. Keine Sorge, es dauerte nicht lange. Während des Dartmouth Workshops 1956 kamen Köpfe wie John McCarthy, Marvin Minsky und Claude Shannon zusammen. Sie vertraten die Idee, dass jeder Aspekt des Lernens oder der Intelligenz so präzise beschrieben werden könne, dass eine Maschine ihn simulieren könne. Das war keine völlig verrückte Idee. Wenn man einer Maschine beschreibt, wie man 1+1 rechnet, liefert sie genau das gleiche Ergebnis wie ein normaler Mensch. Das war die Basis für das theoretische Design von Computern – denn Computer sind nichts anderes als Rechner, die präzise beschriebene Befehle ausführen. In diesem Moment gab Mr. McCarthy der Sache endlich einen Namen: „Artificial Intelligence“. Ein naheliegender Name, wenn man darüber nachdenkt, aber verdammt effektiv.


Von diesem Jahr an war der Enthusiasmus grenzenlos. Es wurden erste Programme entwickelt, die algebraische Probleme lösen oder logische Theoreme beweisen konnten, wie das Perceptron (1958) von Frank Rosenblatt – das erste elementare neuronale Netz, inspiriert von biologischen Neuronen. Und dann gab es ELIZA (1966), den ersten „Chatbot“ der Geschichte, der eine Konversation mit einem Psychotherapeuten simulieren konnte.


Große Pioniere, große Talente, große Ideen – es gab nur ein kleines Problem: die Technologie selbst. Die Ideen waren der Zeit um Jahrzehnte voraus. Schade nur, dass die Technik der 40er Jahre keinen sofortigen Sprung ins 21. Jahrhundert gemacht hat. Es gab noch keine Computer oder einfach nicht die nötigen Maschinen, um diese Datenmengen zu berechnen. Da die Ergebnisse nicht optimal waren, strichen die Regierungen die Forschungsgelder – wie immer, wenn etwas nicht sofort Geld oder Stimmen bringt. Für gescheiterte Militärprojekte werden Unsummen ausgegeben, für zivile Wissenschaft rührt man keinen Finger. Die Misserfolge und Kürzungen führten zu einer Abkühlung des Enthusiasmus, zu einem wachsenden Desinteresse und einer Phase des Stillstands.


Das Comeback der 80er und 90er Jahre.


30 Jahre vergehen, und die Zeit scheint wieder reif zu sein. Die Technologie hatte im Vergleich zu drei Jahrzehnten zuvor gigantische Fortschritte gemacht. Computer wurden erfunden, die mit der Zeit immer billiger und einfacher zu bedienen waren. Die Voraussetzungen, um endlich ernst zu machen, waren da. In den frühen 80ern wurde die KI dank der „Expertensysteme“ wieder modern: Programme, die den Entscheidungsprozess eines menschlichen Experten in Fachgebieten (z. B. medizinische Diagnosen oder chemische Analysen) imitierten. Die Idee war genial und wird heute in der medizinischen Forschung oder in der KI, die wir täglich nutzen, angewandt. Doch so nützlich die Computer auch waren, sie stießen an ihre Leistungsgrenzen. Die Systeme waren zu starr und schwer zu aktualisieren, was Ende der 80er zu einem zweiten Stopp führte. Aber das war nur ein vorübergehender Standby.


Mit der Zunahme der Rechenleistung und der Verfügbarkeit der ersten großen Datensätze schienen die 90er Jahre endlich den fruchtbaren Boden zu bieten, den man seit Jahrzehnten verzweifelt suchte. Dank verbesserter Rechenleistung verschob sich der Fokus (wenn auch nur wenig, da alle nur das Internet wollten) von der logikbasierten KI hin zum Machine Learning. Mit so "viel“ Leistung und dem rasanten Aufstieg des Internets konnte die KI von selbst lernen. Wir bekamen die ersten Sprachassistenten und Spracherkennungstechnologien – praktisch die Mütter von Siri oder Alexa.

Und dann war da Deep Blue. Nein, keine Challenge aus den 90ern oder ein Geheimcode für Militärtechnologie. Es war schlichtweg ein IBM-Computer. Was war an diesem Computer so besonders? Nun, er besiegte den damaligen Schachweltmeister Garry Kasparov. Zum ersten Mal schlug ein Computer den menschlichen Geist in einem Spiel, das auf der Berechnung von Zügen und strategischer Planung basiert. Das Machine Learning funktionierte. Es war ein Wendepunkt in den Medien.


Nach der Dot-Com-Blase: Das strahlende 21. Jahrhundert.


Dann entschied sich die Welt, verrückt zu spielen, ließ die Dot-Com-Blase platzen und bremste den gesamten Prozess, der nach einem halben Jahrhundert so richtig Fahrt aufgenommen hatte, abrupt ab. In den ersten Jahren der 2000er herrschte fast totale Funkstille. Zwischen Kriegen, Wirtschaftskrisen und einer allgemeinen Depression war das Letzte, was man wollte, in KI zu investieren. Erst nach 2010, drei Jahre nach dem Erscheinen des Smartphones, kehrte die KI auf die Bühne zurück.


Der erste große Durchbruch war ImageNet im Jahr 2012. Was ist ImageNet, werdet ihr euch fragen? Es war ein Wettbewerb zwischen KI-Softwareprogrammen. ImageNet war eine gigantische Datenbank mit über 14 Millionen Bildern, die von Menschen händisch katalogisiert wurden. Jedes Jahr fand eine Herausforderung statt, die ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge (ILSVRC), bei der die teilnehmende Software versuchen musste, Objekte auf den Fotos korrekt zu erkennen. In 2012 präsentierte eine Gruppe von „bösartigen Genies“ der Universität Toronto (angeführt von Alex Krizhevsky und Geoffrey Hinton) AlexNet. Das Ergebnis? Während andere Algorithmen eine Fehlerquote von 25–26 % hatten, senkte AlexNet diese drastisch auf 15,3 %. Das Geheimnis? Der Einsatz von GPUs (aus der Gaming-Industrie entliehen), um tiefe neuronale Netze (Deep Learning) zu trainieren. Es war eine Revolution. Ein neuronales Netz gewann einen Bilderkennungswettbewerb mit einem riesigen Vorsprung und bewies, dass Deep Learning die Zukunft war.


Und dann haben wir AlphaGo (2016). Go ist ein uraltes asiatisches Spiel mit Millionen von möglichen Kombinationen. Jahrelang versuchten viele Gruppen, Maschinen gegen Menschen antreten zu lassen. Die Maschine scheiterte immer. Dann kamen die Briten. Die Gruppe DeepMind änderte die Regeln. Sie taten etwas ganz Einfaches: Anstatt der KI spezifische Befehle zu geben, ließen sie die KI Fehler machen und selbst lernen, indem sie Deep Learning nutzten. Die KI spielte Millionen Male gegen sich selbst, lernte alle Spielzüge und besiegte 2016 Lee Sedol, den Gewinner von 18 Weltmeistertiteln, mit 4:1.

Ein Jahr später machten sie es noch besser. 2017 sagten DeepMind der Maschine: Lerne allein, keine menschlichen Daten. Nach nur drei Tagen einsamen Trainings besiegte sie die Version, die Lee Sedol geschlagen hatte, mit 100 zu 0.


Und dann sind wir im Heute. Jeder einzelne Versuch, jedes Scheitern und jeder Erfolg in 80 Jahren Geschichte hat die Technologie in die Phase der Large Language Models (LLM) geführt. Die KI beschränkt sich nicht mehr darauf, Daten zu klassifizieren (z. B. „das ist eine Katze“), sondern kann neue Inhalte flüssig, schnell, präventiv und kreativ erstellen. Wir sehen es jeden Tag: Im Business kann sie Reisen, Programme und Geschäftspläne entwerfen; in der Medizin kann sie Krankheiten Jahre vor dem Auftreten von Symptomen erkennen und neue Medikamente entwickeln; und im Verkehr kann sie Defekte melden, bevor sie passieren, und Autos steuern. Diese Macht stammt von immer leistungsfähigeren Computern und einem immer größeren Internet, Das war genau, wonach KI von Anfang an verlangt hat: Leistung und Daten.


Das moderne Drama.


Die Geschichte war faszinierend, die heutige Realität ist zum Kotzen. Ab hier wird es richtig lustig. Bisher hat die KI immer etwas Schönes bewirkt, einen Schritt nach dem anderen, der ein neues Zeitalter der Menschheitsgeschichte einläuten könnte. Wir haben darüber gesprochen, wie der menschliche Geist von einem abstrakten, fast philosophischen Konzept zu einer greifbaren Realität wurde, die voraussagt und löst. Jetzt versucht derselbe menschliche Geist, der den Fortschritt vorangetrieben hat, den Krebsgang einzulegen und alles Gute zu zerstören – sei es aus Ignoranz oder aus einer Dummheit, die an schwer zu begreifen ist. Lasst uns mal kurz überlegen, was da so erzählt wird.


„Die KI stiehlt uns die Jobs!“ Nun, das war von Anfang an der Plan. Wir wussten ganz genau, dass das passieren würde. Es ist unglaublich, dass man sich jetzt darüber beschwert. Als wir uns entschieden haben, Computer und Robotik einzusetzen, lautete das Mantra immer: „Die Technologie wird uns frei machen.“ Und es stimmt, das hat sie getan.

Denkt nur an Briefe. Vor der E-Mail brauchten wir Tage für schriftliche Antworten oder unterschriebene Dokumente. Jetzt sind diese Antworten fast unmittelbar da. Diese Zeitersparnis sieht man in jedem Aspekt der Arbeitswelt. Wenn man in den 90ern 8 Stunden für eine Aufgabe brauchte, erledigte man sie mit Technik in zwei. Diese restlichen sechs Stunden hätten theoretisch Freizeit sein sollen... Zeit, die wir für uns hätten nutzen sollen. Stattdessen haben die Arbeitgeber das mit der Ausrede ausgenutzt: „Tja, ich bezahle dich für 40 Stunden die Woche, du kannst nicht früher nach Hause gehen.“ Das „Befreien der Menschheit von der Gefangenschaft der Arbeit“ hat also nur die Arbeitslast erhöht. Aber das Problem war nicht die Technologie, sondern die Besessenheit des Menschen, immer mehr Geld zu scheffeln.

Das andere moderne Problem ist die Arbeitslosigkeit. Viele Stellen werden durch Maschinen ersetzt. Auch hier: Das war von Anfang an der Plan. Maschinen sollten für uns arbeiten, während wir unser Leben genießen. Dass diese Arbeitslosigkeit jetzt ein Problem ist, ist nicht die Schuld der Technologie – die wir ja freiwillig nutzen wollten –, sondern der Politik, die keinen Plan für diese Transformation entwickelt hat... eine Transformation, die Jahrzehnte im Voraus angekündigt war.


„Wer die KI kontrolliert, wird reich sein!“ Absolut wahr, und das ist auch richtig so. Die Aufregung ist hinfällig, denn seit den Anfängen des Handels hat der Große immer den Kleinen gefressen, und wir alle haben das akzeptiert. Wer viel produziert und viel verkauft, muss auch viel haben. Wenn man mit der KI das Doppelte produziert und das Vierfache verkauft, soll man auch herrlich leben. Jetzt, mit der KI, wird es plötzlich zu einer moralischen Frage, dass ein Unternehmen bessere Ergebnisse erzielt und die Konkurrenz plattmacht, weil es mehr Kapital in Technik investiert. Aber so war es schon immer. Denkt nur an China und wie es den Weltmarkt erobert hat, oder an all die Giganten, die im 21. Jahrhundert die Konkurrenz zerstört haben (siehe Amazon). Da hat sich niemand beschwert. Der Grund? Keine KI. Jetzt, wenn du KI benutzt, um die Konkurrenz zu schlagen, bist du ein schlechter Mensch.

Dann gibt es noch ein anderes Drama: die „Ungleichheit“ zwischen denen, die produzieren, und denen, die es nicht tun. Die Idee – bei der es mir eiskalt den Rücken runterläuft –, dass jemand, der nichts produziert, weil er keine KI nutzt, genauso viel verdienen soll wie jemand, der KI massiv einsetzt. Das ist purer Wahnsinn. Ich habe noch nie einen Obsthändler weinen hören, dass er „genauso viel verdienen muss wie ein Supermarkt“, nur weil ihm die Logistik des Supermarkts fehlt. Aber bei der KI muss herumgejammert werden.


„Die KI kann böse werden.“ Angeblich könnte die KI rassistisch, homophob oder allgemein böse werden. Die KI ist kein anarchistisches dreijähriges Kind, das nackt und unkontrolliert herumläuft. Die KI ist ein Programm, das die Befehle von uns Menschen ausführt, das liest, was wir Menschen schreiben, und innerhalb der Grenzen arbeitet, die wir Menschen setzen. Wenn die KI homophob oder rassistisch wird, dann deshalb, weil der Mensch sie für diesen Zweck programmiert hat, sie für diesen Zweck nutzt und homophobe Inhalte teilt, die die KI findet. Ich benutze Gemini und habe auch kontroverse Fragen gestellt, aber Gemini hat mich nicht beleidigt. Nicht die Software wird böse, sondern der Mensch dahinter, der sie für solche Zwecke programmiert. Man sollte nicht die KI einschränken, sondern den Internetzugang für bestimmte Leute.


„Ich weiß nicht, woher die KI ihre Informationen nimmt.“ Diese Aussage hat eine doppelte Bedeutung. Einerseits sind die Leute besorgt, woher die Informationen stammen, und haben Angst, dass die KI Fake News oder Deep Fakes generiert. Jetzt machen wir uns Sorgen über dieses Problem? Das scheint mir ein bisschen heuchlerisch. Vor der KI haben wir alles gelesen, egal wie absurd, und haben es blind geglaubt. Ich rede von all den Verschwörungstheoretikern da draußen. Die brauchten keine KI, um unzuverlässige Quellen zu finden, daran zu glauben und sie wie Papageien in diesem oder jenem Forum zu wiederholen. Solange sich die Menschheit außerhalb der KI selbst verblödet, ist alles okay. Wenn die KI dafür genutzt wird, ist die KI schuld.

Und ja, die KI kann falsche Nachrichten oder Informationen generieren. Es ist immer noch ein Programm, das lernt. Aber mal ehrlich: Alles blind zu glauben, was die KI sagt, obwohl die KI selbst sagt „Ich kann Fehler machen!“, ist wirklich lächerlich. Ihr wollt, dass die KI wahre Nachrichten liefert? Super, da die KI aus dem Internet fischt und wir das Internet kontrollieren, sollten wir vielleicht anfangen, korrekte Dinge zu schreiben – nur so eine Idee!


„Die KI kontrolliert das Denken.“ Das werde ich nie verstehen. Wie ChatGPT oder Gemini die Massen kontrollieren sollen, muss mir mal einer erklären. Wenn du dem Programm keinen Befehl gibst, bleibt es aus. Es ist ja nicht so, dass mein Fernseher von alleine angeht, mich am Sessel festkettet und mir den schlimmsten Müll zeigt, den das Fernsehen zu bieten hat. Wenn ich nicht auf „An“ drücke, passiert gar nichts. Also, wenn du die KI nicht benutzt, wie kann sie dich beeinflussen? Und zweitens: Nehmen wir mal an, die KI würde aus irgendeinem unglaublichen Grund heimtückisch entscheiden, das Denken zu kontrollieren. Wenn du dich kontrollieren lässt, ist das dein Fehler. Es ist deine Entscheidung, zu glauben und zu akzeptieren, was die KI dir sagt. Wenn ich dir sage, du sollst von einer Brücke springen, schickst du mich zum Teufel. Aber wenn die KI es sagt, würdest du es tun, weil du denkst, sie hat recht? Wenn du das denkst, ist das dein Problem, und zwar ein großes, sicher nicht das eines Programms. Jeder und alles kann versuchen, was die wollen, aber wenn wir darauf reinfallen, sind wir selbst schuld.


„Die KI zerstört die Umwelt.“ Die Landwirtschaft, die Viehzucht und der Bergbau richten viel mehr Schaden an. Es ist nicht eine Serverfarm, die den Planeten zerstört, sondern all die Felder für den Sojaanbau, für die der Amazonas verbrannt wird, all das Wasser, das für ein Kilo Fleisch verbraucht wird, die chemische Industrie mit ihren Abfällen und all die Kohle und das Öl, das wir verbrennen, um Energie zu erzeugen.


„Die KI stiehlt von Künstlern.“ Um die KI zu trainieren, nutzen Softwarefirmenauch urheberrechtlich geschützte Inhalte, um die Software besser zu machen. Hier muss ich eine Lanze für die Künstler brechen. Es ist okay, dass Firmen die KI mit so viel Material wie möglich füttern müssen, damit sie effektiv ist. Aber die Besitzer dieser Produkte nicht zu bezahlen, ist nicht ganz korrekt. Allerdings muss man auch sagen: Wenn die KI aus dem Internet fischt, wie soll man die Firma zur Kasse bitten? Nehmen wir an, jemand sucht einen literarischen Text. Die KI schlägt diesen Text vor. Nun die Frage: Woher hat sie den Text? Wenn sie ihn von der Quelle hat, also vom Künstler, dann muss der Künstler Geld bekommen. Wir wissen aber, dass im Internet dasselbe Ding mehrfach veröffentlicht wird. Wenn die KI aus einer anderen Quelle gefischt hat, was macht man dann?


Randbemerkungen.


Ehrlich gesagt ist es unglaublich, wie dumm der Mensch ist, dass er nicht sieht, wie harmlos und grundlegend die KI ist. Und es ist genauso unglaublich, wie Dummheit unser Urteil leitet. Was wir brauchen, ist nur ein Minimum an Intelligenz unsererseits. All die Polemik, die wir heute haben, macht keinen Sinn. Worüber wir uns beschweren, haben wir früher immer akzeptiert – wie Ignoranz, Bosheit und Dummheit. Jetzt, mit der KI, iat plötzlich nicht mehr akzeptabel. Es ist fast eine Massenhysterie. Vielleicht ist die Angst nicht vor der KI an sich, sondern vor unserer Erkenntnis, dass wir so beschissen sind, dass wir sogar etwas potenziell Wunderbares korrumpieren, was uns wiederum schaden wird.


Wir sind die Nummer eins!


M.

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